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Wenn der Weltmeister als „Ersatzmann“ einspringt

Tim Prümmer hat sich verletzt, jetzt springt Weltmeister Jan Hendrickx als Fahrer ein. Foto: Guido Barth

Sie hatten große Pläne: Tim Prümmer und Tobias Lange wollten dieses Jahr sogar in der Weltmeisterschaft starten. Doch ein Stein zerstörte diesen Traum und jetzt haben die beiden sogar einen echten Weltmeister im Boot.

Tim Prümmer und Tobias Lange fahren Motocross, in der Seitenwagen-Klasse. Sehr erfolgreich, sie sind mehrfache Deutsche Amateur Meister, waren letzten Saison dritte in der Europameisterschaft. Ihr Traum: In der Profi-WM zumindest einige Läufe mitfahren. Doch dann zertrümmerte ein Stein Tim Prümmers Ringfinger – er muss über drei Monate pausieren, darf den Finger (der in einer mehrstündigen Operation mit Draht wieder gerichtet wurde) nicht belasten.

Eines der ganz großen Saison-Highlights für die beiden Gespann-Fahrer ist das legendäre Flutlicht-Motocross beim MSC Kleinhau (31. Mai bis 2. Juni, mehr Infos dazu auf unserer Sonderseite im Innenteil). Heimrennen für die beiden, Tim Prümmer war wirklich betrübt, dass das Gespann mit der 17 dort nicht mitfahren kann. Kurzerhand riefen die beiden bei Jan Hendrickx an, der ist immerhin Weltmeister seines Faches. Und der hat „Ja“ gesagt, fährt jetzt das Gespann mit Tobis Lange am Flutlicht-Freitag in Kleinhau und auch bei einigen anderen Rennen, bis Prümmer wieder fit ist.

„Wir wollten einfach, dass unser neues Gespann mit der Nummer 17 rollte und nicht die Hälfte der Saison in der Halle steht“, erzählt das Duo Prümmer Lange. Immerhin haben sie gemeinsam mit Gespann-Uregestein Gerd Blatter und Tims Vater Udo Koenen dieses Renngerät selbst entwickelt und gebaut. „Sowas kann man nicht von der Stange kaufen. Rahmen und Motor werden ganz individuell auf uns angepasst“, sagt Tim Prümmer.

Jan Hendrickx (Weltmeister 2016 und mehrfacher Vize-Weltmeister hatte seine Kariere eigentlich beendet. Aber gejuckt hat in die Anfrage des Kleinhauer Gespanns trotzdem. So saß er kürzlich auf der Strecke des MSC Kleinhau am Raffelsberg zum Training mit Lange nach einem halben Jahr zum ersten Mal wieder auf dem Motorrad. „Eigentlich wollte ich nach dem Karriereende nicht mehr fahren. Jetzt, nach dem ersten Training seit einem halben Jahr, merke ich, dass ich noch viel trainieren muss“, sagt der Belgier lachend. Sein Urteil ist auch eine tolle Bestätigung für die Arbeit von Gerd Blatter und Koenen: „Ein tolles Gespann, es fährt sich sehr gut. Da hat das Team ganze Arbeit geleistet“, ist er begeistert.

Tim Prümmer ist natürlich sehr betrübt, dass er nicht selbst fahren kann. Aber er sieht auch den positiven Aspekt: „Ich schaue mir natürlich ganz genau an, die die beiden fahren. Nur vom Zuschauen kann ich schon sehr viel von Jan lernen. Wie er bestimmte Streckenabschnitte anfährt, wo er bremst, wie er das Motorrad handelt und viel, viel mehr.“ Auch Tobi Lange ist begeistert: „Es ist schon etwas ganz besonderes, mit dem Weltmeister zu fahren.“

Und auch Jan Hendrickx freut sich auf das Flutlicht-Rennen am Freitag, 31. Mai: „Ich war schon ein paarmal als Zuschauer beim Flutlichtrennen, eine einzigartige Veranstaltung mit phantastischer Atmosphäre.“ Einmal ist er sogar ungeplant selbst dort gestartet, vor einigen Jahren: „Mein Onkel ist das Flutlichtrennen mitgefahren und hat sich verletzt. Da musste ich für ihn kurzerhand einspringen. Auf einer anspruchsvollen Strecke, auf der ich noch nie unterwegs war, ohne Training. Hat aber dann gut geklappt und Spaß gemacht.“

Er hat inzwischen einige Trainings mit Tobi Lange absolviert, schließlich möchte er sich bei dem Heimrennen des Kleinhauer Gespanns mit der Nummer 17 keine Blöße geben: „Ich freue mich auf das Flutlichtrennen, auf die vielen Zuschauer, das wird sicher wieder eine schöne Veranstaltung.“

Guido Barth

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