DürenKreis Düren

Von „Strom, Wasser, Gas“ zum modernen Rundum-Versorger

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2017 haben die Stadtwerke Düren (SWD) einen stabilen Jahresüberschuss in Höhe von 5,4 Millionen Euro (2016: 5,9 Millionen Euro) erwirtschaftet. Der leichte Rückgang um rund 500.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr ist unter anderem auf die Entwicklung der Netznutzungsentgelte und Aufwendungen für Projekte zur Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen zurückzuführen. In einem zunehmend anspruchsvollerem Umfeld sanken die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent auf 125,5 Millionen Euro (2016: 129 Millionen Euro). Um dem steigenden Konkurrenzdruck sowie herausfordernden Bedingungen entgegenzuwirken, entwickeln die SWD im Rahmen ihres Projektes „SWD 2025“ kontinuierlich neue Produkte und Dienstleistungsangebote. Sie werden alle passend zur neuen Unternehmensphilosophie erarbeitet: „Gemeinsam gestalten wir die Energiewende für die Menschen vor Ort. Sicher. Digital. Fair.“

„Wir werden unsere rund 60.000 Kunden in Düren und Merzenich noch in diesem Jahr mit vielen neuen – und vielleicht auch überraschenden – Angeboten unterstützen. Denn vom Energie- und Wasserversorger entwickeln wir uns heute zum kompetenten und innovativen Rundum-Versorgungspartner und Lösungspartner in allen Energiefragen“, erklärt SWD-Geschäftsführer Heinrich Klocke das Ziel der Unternehmensstrategie „SWD 2025“. Dazu haben die Stadtwerke 2017 eine neue Unternehmensphilosophie entwickelt: „Gemeinsam gestalten wir die Energiewende für die Menschen vor Ort. Sicher. Digital. Fair.“  Die Basis bilden vier strategische Eckpfeiler: 1. Markt & Wachstum, 2. Kunden & Partner, 3. Team & Kultur und 4. Digitalisierung & Innovation. „Damit haben wir unserer Philosophie, Vorreiter der Energiewende bei uns hier in der Region zu sein, auch einen konkreten Rahmen gegeben, den wir konsequent und kontinuierlich in die Tat umsetzen“, freut sich Heinrich Klocke.

Erste Angebote, die aus der neuen Unternehmensausrichtung entstanden sind, wie etwa SWD Photovoltaik, fanden ein positives Echo bei den Kunden der SWD. Zur neuen Unternehmensphilosophie gehört aber zum Beispiel auch, dass Kunden der SWD jetzt automatisch CO2-neutralen Strom und CO2-neutrales Erdgas beziehen – und zwar ohne Mehrkosten. „Das verstehen wir eben auch unter einer fairen Partnerschaft in der wir gemeinsam die Energiewende für die Menschen vor Ort gestalten“, erklärt Heinrich Klocke.

 

Markt & Wachstum: Neue Geschäftsfelder und Angebote für eine sichere Zukunft

Als Vorreiter der Energiewende setzen die SWD bereits seit Jahren auf Photovoltaik. Auf vielen Dächern in der Region produzieren Photovoltaikanlagen der SWD oder der RURENERGIE, an der die SWD beteiligt sind, schon lange umweltfreundlichen Solarstrom. „Inzwischen hat Photovoltaik aber eine noch viel bedeutendere Rolle bekommen, denn heute steht der Eigenverbrauch des selbst produzierten Stroms im Fokus und nicht mehr das Einspeisen ins Netz“, erklärt Heinrich Klocke. Deshalb haben die Stadtwerke das Angebot SWD Photovoltaik entwickelt. Dabei können die Kunden eine Anlage für das eigene Dach mit Unterstützung eines Kundenberaters oder auch ganz einfach selbst im Internet auf dem Portal der SWD planen und kalkulieren – den Rest übernehmen die SWD in Zusammenarbeit mit lokalen Handwerksbetrieben. Höchste Flexibilität bietet dabei zusätzlich das Pachtmodell für SWD Photovoltaik, bei dem für den Kunden die Investitionskosten entfallen. „Dass das Angebot bereits so gut angenommen wird, hat selbst uns überrascht“, freut sich Heinrich Klocke.

 

In einem Pilotprojekt entsteht in Düren-Niederau gerade ein Energiewendehaus – ein 15-Familienhaus, das primär mit Strom von der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hauses versorgt wird. Dieser so genannte Mieterstrom, der als Pilotversuch getestet wird, ist günstiger als der aus dem Netz, da hierfür keine Netznutzungsentgelte gezahlt werden müssen. Die Investitionskosten übernehmen außerdem die SWD, die das Dach mieten und die Photovoltaikanlage darauf installieren. Damit die Mieter tatsächlich jede Kilowattstunde Sonnenstrom nutzen können, wird im Haus ein Stromspeicher installiert. Geheizt wird ebenfalls klimaschonend – über SWD NahWärme: In modernen Wärmepumpen, die ebenfalls von den SWD betrieben werden, wird die Wärme mit CO2-neutralem Strom nahezu Null CO2-Emissionen erzeugt und zu einem pauschalen Tarif direkt an die Mieter im Energiewendehaus geliefert. Der Hauseigentümer hat keine Investitionskosten. SWD NahWärme wird bereits mit konventioneller Technik in mehr als 300 Häusern in Düren und Merzenich erfolgreich genutzt.

 

Um die Energiewende für die Menschen vor Ort auch auf den Straßen voranzutreiben und die Luft in Düren sauberer zu machen, stehen bei den SWD auch einige Projekte für mehr Elektro-Mobilität in Düren auf der Agenda. So stellen die SWD 2018 mindestens fünf neue Ladesäulen auf: am Krankenhaus Düren, am Marienhospital in Düren-Birkesdorf, am Hoeschplatz, am Parkplatz Altenteich und gerade erst offiziell eröffnet wurde eine E-Tankstelle direkt am Kreishaus. Sie gehört zur neuen Carsharing-Station von cambio, die in Düren erstmals auch ein Elektroauto bereitstellen. Zudem erweitern die SWD und ihr Tochterunternehmen Leitungspartner ihren eigenen Fuhrpark kontinuierlich um neue Elektrofahrzeuge. Dies sind erste Bausteine für das E-Mobililty-Strategie. Dabei möchten die SWD zum Full-Service-Anbieter für E-Mobilität in der Region werden. „Das heißt, wir möchten zum einen die Infrastruktur über verschiedene Lademöglichkeiten anbieten. Dazu zählen zum Beispiel öffentliche E-Tankstellen für Autos und Fahrräder, aber auch die SWD Wallbox für Privathaushalte oder Ladesäulen für Unternehmen. Zum anderen möchten wir zum Komplettanbieter werden: Deshalb arbeiten wir gerade an einem Flottenmanagementangebot mit einem attraktiven Starterpaket, damit Unternehmen über uns sorgenfrei E-Autos nutzen können, die optimal in ihren Fuhrpark passen. Wir sind hier komplett offen für neue Ideen und entwickeln gemeinsam mit unseren Kunden die passende Lösung“, erklärt Heinrich Klocke.

 

Kunden & Partner: Neue Kooperationen für innovative Angebote

„Die Zukunft innovativer Energieangebote sehen wir zusammen mit unserem Tochterunternehmen Leitungspartner insbesondere in effizienten Quartierslösungen. Deshalb möchten wir hier verstärkt Dienstleistungen anbieten“, erklärt Heinrich Klocke. Dazu gehören Blockheizkraftwerke oder Photovoltaiklösungen, aber auch die Erneuerung von Heizungsanlagen. „Unser Ziel hier ist klar: Wir möchten für Eigentümer und Verwalter der erste energetische Partner in der Region sein“, so SWD-Geschäftsführer Heinrich Klocke. „Wir freuen uns sehr, dass wir aktuell unseren energetischen Beitrag zum Bismarck Quartier leisten dürfen,“ so Klocke weiter. Der Gebäudekomplex mit Hotel, Kongresszentrum, Büros und Praxen sowie Wohnungen wird künftig mit Nahwärme aus einem Blockheizkraftwerk der SWD versorgt. Die Anlage wurde effizient im bereits vorhandenen Heizraum im Kreishaus installiert, sodass keine zusätzliche Fläche im Bismarck Quartier benötigt wird. Die dezentrale Wärmeversorgung ist so dimensioniert, dass nicht nur das Bismarck Quartier, sondern auch das Kreishaus sowie der neuen Gebäudekomplex in der Marienstraße mit Kindertagesstätte und Büroräumen mit Wärme versorgt werden. „Unsere Quartierswärme bietet vor allen Dingen den Mietern sowie dem Investor auf lange Sicht sehr viel Sicherheit“, erklärt Heinrich Klocke. Denn: Die SWD übernehmen auch die Wartung und den Service sowie das Ausfallrisiko dieses Contractings. „Also ein Rund-um-Sorglos-Paket für das Bismarck Quartier“, freut sich Heinrich Klocke. Parallel dazu arbeiten die SWD bereits an weiteren Quartierskonzepten mit.

„Wir verstehen uns aber auch als Lösungspartner für komplexe Energiekonzepte in der Industrie – von der Entwicklung bis hin zur Umsetzung können sich unsere Kunden und Partner auf uns verlassen“, erklärt Heinrich Klocke.  

So haben die SWD die Papierfabrik Schoellershammer 2017 beim Bau einer über 150 Meter langen Papiermaschine dabei unterstützt, schnell den extrem erhöhten Strom- und Erdgasbedarf zu decken. Dazu haben die SWD zusammen mit ihrem Tochterunternehmen Leitungspartner in kürzester Zeit eine Gasdruckregel- und Messanlage sowie eine neue Mittelspannungsanlage gebaut und eine bereits bestehende Anlage auf den neuen Strombedarf ausgebaut. Zudem haben die Leitungspartner einen neuen Netzanschluss installiert, der von der Automeile in Stockheim bis zur Papierfabrik in Niederau verlegt werden musste. „Dabei sind wir auch stolz darauf, dass wir diese Aufgabe schnell und ohne besondere Einschränkungen für den Verkehr lösen konnten“, sagt Heinrich Klocke.

 

Team & Kultur: Neue Unternehmenskultur für mehr Motivation

Mit Hilfe der neuen Unternehmensphilosophie wird auch eine neue Unternehmenskultur bei den Stadtwerken eingeführt. Das bedeutet unter anderem, dass Mitarbeiter neue Aufgaben und mehr Freiräume erhalten – beispielsweise durch innovative Arbeitsmethoden. „Hier lautet ‚agil‘ das Stichwort, das wir bereits in ersten Projekten erfolgreich umgesetzt haben. Die neue Flexibilität, die wir durch dieses innovative Arbeiten gewinnen, motiviert die Mitarbeiter – das merken wir bereits jetzt“, sagt Heinrich Klocke. Deshalb liegt der Fokus in puncto Fortbildung der SWD und der Leitungspartner aktuell auch genau in diesem Bereich.

 

Und auch in der Talentschmiede für Nachwuchskräfte steht agiles Arbeiten im Mittelpunkt. „Nachwuchstalente können und sollen aus eigener Initiative Ideen und Konzepte entwickeln, die wir umsetzen werden“, erklärt Heinrich Klocke.
In dem 2,5 Jahre dauernden Talentprogramm erhalten die Nachwuchskräfte individuell
auf sie zugeschnittene Fortbildungen durch Coachings, Schulungsblöcke, Projekt-
arbeiten und ein parallel laufendes, mehrstufiges Mentoringprogramm.
Digitalisierung & Innovation: Neue digitale Lösungen für effizientere Angebote

Mit digitalen Angeboten wie dem Online-Vertragsabschluss, einer Chat-Funktion (im Aufbau) auf der Webseite sowie der Möglichkeit über WhatsApp zu kommunizieren, bieten die SWD ihren Kunden digitale Kommunikationskanäle an, die viel Zeit sparen und komfortabel sind. Die bereits 2016 gestartete APPsolut Düren bietet den Kunden nicht nur viele Informationen aus der Region, sondern auch viele wertvolle Servicetipps und die Möglichkeit rund um die Uhr schnell und einfach eine Störung zu melden. In Kürze enthält die App auch Informationen aus der Gemeinde Merzenich.

 

SpeedNet Düren ist ein neues Angebot der SWD. Mit SpeedNet möchten die SWD als regionaler Geschäftspartner die Gewerbegebiete in Düren mit hochleistungsfähigen Glasfasernetzen ausstatten, um den dort angesiedelten Unternehmen den Schritt in das Gigabit-Zeitalter zu ermöglichen. Zusammen mit ihrem Tochterunternehmen Leitungspartner, der Stadt Düren und WIN.DN, der Wirtschaftsförderung der Stadt, bereiten die Stadtwerke aktuell hochleistungsfähige Glasfaseranschlüsse vor. Künftig sind so zunächst bis zu 1 Gbit/s Datenübertragungsraten möglich. Baubeginn ist in Kürze. Die ersten Anschlüsse sind für Herbst 2018 geplant.

 

Wer ein Haus bauen möchte, der spart dank des digitalen Netzanschlussportals der Leitungspartner seit Dezember 2017 jetzt jede Menge Zeit. Hier kann der Auftrag für den Strom-, Gas- und Wasseranschluss innerhalb von nur 10 Minuten erledigt und erhbelich Zeit eingespart werden. Rund 80 Prozent aller Fragen und Aufträge werden aktuell bereits über das Portal bearbeitet. Dieses Angebot ist in NRW noch einzigartig.

In Kürze soll außerdem die Leitungspartner APP gelauncht werden. Darin können Kunden der Leitungspartner sowie Partner, Installateure oder Tiefbauer Informationen zu größeren Baustellen im Netzgebiet abfragen. Zudem können Zählerstände darin künftig einfach per Foto gemeldet werden. Die Push-Funktion sorgt außerdem dafür, dass die Nutzer direkt über Störungen oder Netzabschaltungen informiert werden. Besonders für Installateure ergeben sich viele Vorteile, denn Anträge wie etwa für eine Inbetriebnahme oder Plombierung können über die App gestellt werden – das spart Zeit, Papier und Geld.

 

Daneben sind die SWD seit 2017 Mitglied im Digital Hub Aachen. Die Koalition aus regionaler Wirtschaft, Wissenschaft und Politik möchte sich als Zentrum etablieren, das digitale Anwender aus Industrie und Wirtschaft (User), Startups und IT-Mittelstand (Enabler) sowie Region und Wissenschaft (Supporter) an einem Ort zusammenbringt. „So sind wir in der Region direkt am Puls der Zeit und können gemeinsam digitale Geschäftsmodelle entwickeln und Startups bei der Umsetzung ihrer digitalen Ideen unterstützen, indem wir sie möglicherweise direkt in unseren Unternehmen einsetzen“, erklärt Heinrich Klocke.

 

„Wir sind bereit für die digitale Energiewende“, ist SWD-Geschäftsführer Heinrich Klocke zudem überzeugt: „Und genau deshalb sehe ich die SWD-Gruppe mit den Stadtwerken Düren und unserem Tochterunternehmen Leitungspartner gut und sicher für die Zukunft aufgestellt – trotz steigendem Konkurrenzdruck und schwierigem Umfeld durch stetig neue Regulierungen und einen extrem volatilen Energiemarkt.“

Ausblick 2018

Für das Wirtschaftsjahr 2018 prognostizieren die SWD einen leicht sinkenden Stromabsatz auf 298 Gigawattstunden und bei der Erdgasversorgung einen auf circa 745 Gigawatt-stunden ebenfalls leicht sinkenden Absatz. Der Wasserverbrauch wird sich mit 5,4 Mio m³ voraussichtlich auf dem Niveau der Vorjahre einpendeln. Insgesamt planen die Stadtwerke Düren mit einer kontinuierlichen Geschäftsentwicklung und einem soliden Ergebnis.  

 

Jahresbilanz 2017: Übersicht SWD-Geschäftsfelder

 

Strom: 2017 konnten die Stadtwerke Düren den Strompreis stabil halten. Dabei wurden insgesamt 302 Gigawattstunden Strom verkauft – 11,4 % weniger im Vergleich zum Vorjahr. Dies entspricht einem Umsatzerlös von fast 59,1 Millionen Euro (2016: 62,9 Millionen Euro / 341 GWh).

Prognose 2018: Der Stromabsatz wird voraussichtlich nochmals leicht zurückgehen und bei 298 Gigawattstunden liegen.

 

Erdgas: Auch den Preis für das Erdgas konnten die SWD 2017 konstant halten. Insgesamt wurden in dem Jahr 812 Gigawattstunden Erdgas abgesetzt (2016: 767 GWh). Das entspricht einer Steigerung von 5,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch ist der Umsatzerlös wegen der geringeren Marge von 43,1 Millionen Euro in 2016 auf 41,7 Millionen Euro in 2017 gesunken.

Prognose 2018: Der Gasabsatz wird nach der aktuellen Prognose leicht abnehmen und bei 745 Gigawattstunden liegen.

 

Wasser: Mit 5,7 Millionen Kubikmetern lag der Wasserabsatz leicht über dem Vorjahresniveau (5,3 Millionen Kubikmeter).  Die Umsatzerlöse lagen bei 18,9 Millionen Euro – 3,9 % über dem Vorjahr.

Prognose 2018: Die externe Wasserabgabe wird voraussichtlich bei 5,4 Millionen Kubikmetern liegen – also auf dem Niveau der Vorjahre.

 

Contracting: Im Bereich Contracting haben die SWD den Absatz auf rund 35 Gigawattstunden gesteigert – das sind 10,2 % mehr im Vergleich zum Vorjahr. Der Erlös lag bei 5,6 Millionen Euro (2016: 5,2 Millionen Euro).

Prognose 2018: In Bereich Contracting wird 2018 ein Absatz von 33 Gigawattstunden erwartet.

 

Steuern und Gewinnausschüttung für die Stadt Düren

2017 profitierte die Stadt Düren von den SWD indem rund 8,2 Millionen Euro (2016: 8,8 Millionen Euro) im Rahmen von Konzessionsabgaben, Steuern und der Gewinnausschüttung in die Stadtkasse flossen und sich entlastend auf den Haushalt auswirkten.

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