Kreis HeinsbergÜbach-Palenberg

Stammgäste erwecken Übacher Kultklub zu neuem Leben

Von Philip Rummler

Über Jahre war es einer der schillerndsten Standorte für Live Musik im Kreis Heinsberg und auch weit über die Kreisgrenze hinaus bekannt. Nun gleicht das frühere Outbaix eher einer Ruine. Über vier Jahre stand das Gebäude, unter Verwaltung der Stadt Übach-Palenberg, leer. Jetzt haben die früheren Stammgäste Wilfried Schüller und Michael Kerres den Zuschlag für die Immobilie bekommen und wollen das Outbaix wieder zurück bringen.
„Wir haben uns seit viereinhalb Jahren um dieses Gebäude bemüht“, erzählt Wilfried Schüller. „Jetzt hat es endlich geklappt und wir können mit den ersten Maßnahmen beginnen.“ Diese sind schon in vollem Gange. Aus der Ruine dringen laute Geräusche von emsigen Arbeiten und vor dem Eingang steht ein großer Container für Schutt und Sperrmüll, schon der zweite, wie Schüller sagt.

Probleme mit Vandalismus

Die Entrümpelung der Innenräume ist so gut wie abgeschlossen, aber auch von außen gibt der ehemalige Musikklub ein trostloses Bild ab. Graffitis an den Wänden, eingeworfene Scheiben und auch ein, eigentlich zum Schutz des Gebäudes aufgebauter, Bauzaun liegt komplett zerstört am Boden. „Vandalismus ist ein echtes Problem“, erklärt Schüller. Auch habe sich die abgelegene Stelle zu einem Drogenumschlagplatz entwickelt, doch die Polizei sei auch nach mehreren Anrufen nicht ausgerückt. „Deshalb müssen wir uns selbst helfen und sind gezwungen Kameras zu installieren.“ Als nächster Schritt sollen die Wohnungen über dem Lokal wieder bewohnt werden.

Unterstützung durch frühere Szene

Dass das ehrwürdige Gebäude wieder in den Händen von echten Outbaix-Fans ist, liegt auch an dem starken Rückhalt der ehemaligen Stammgäste. Alleine 100 von ihnen kamen zu einer öffentlichen Ratssitzung, um das Thema zu diskutieren. Anfang November wurde dann der Verkauf an Schüller und Kerres beschlossen, wie man hört einstimmig. Auf diese große Unterstützung hoffen die beiden Investoren nun auch beim Wiederaufbau des Kultklubs. „Viele haben schon ihre Mithilfe angekündigt“, bestätigt Wilfried Schüller. Es ist ihm besonders wichtig, dass auch das neue Outbaix wieder den gleichen Charme wie früher aufweist. Deshalb will man möglichst viel im alten Stil erhalten: „Es soll wieder dieses Gefühl von zu Hause entstehen.“ Aus diesem Grund kam auch für die Realisierung einer Outbiax-Rückkehr nie ein anderer Standort in Frage.

Auch das Programm soll, zumindest anfangs, wieder dem gewohnten entsprechen. Qualitativ hochwertige Coverbands von Rocklegenden aus den 60er, 70er oder 80er Jahren. Auf längere Sicht können sich Schüller und Kerres allerdings auch mehr vorstellen. „Man muss natürlich auch etwas für die jüngere Generation tun“, weiß Wilfired Schüller. „Auch der Ausbau zu einem Kulturzentrum für Ausstellungen ist schon angedacht. Aber alles zu seiner Zeit.“Vorher liegt noch viel Arbeit vor den neuen Besitzern und auch einiges an Eigeninvestition. 250.000 Euro müssen in die Restaurierung des Gebäudes gesteckt werden, schätzt Wilfried Schüller, da Schall- und Brandschutzbestimmungen eingehalten werden müssen.

Eröffnung im Sommer 2019

Die letzten Modalitäten für den Kaufvertrag sollen in der kommenden Woche geklärt werden. Dann gibt es vielleicht bald wieder Live-Musik im Outbaix in Übach-Palenberg, ganz wie in alten Zeiten. Ein Zeitlimit setzen Wilfried Schüller und Michael Kerres sich eher zurückhaltend: „Wir peilen die Mitte des nächsten Jahres an. Sollte es etwas später werden sind wir auch nicht traurig.“

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