Kommentar

Schwarz-grüne Strategien

Kann man in der Politik die Zukunft planen? In einer Demokratie ist das schwer. Denn letztendlich kann der Wähler alle Strategie zerstören.

In der CDU meinen viele Strategen, die Zukunft nach der Ära Merkel sei eine sichere Angelegenheit. Denn hier freut man sich schon auf die Koalition mit den Grünen.

Die Grünen wiederum freuen sich auf Regierungsmacht und arbeiten schon mal für die Koalitionsverhandlungen vor. Dort nämlich gilt es, sich möglichst teuer zu verkaufen. Also stellt man nun Maximalforderungen in den Raum. Von Enteignungen über radikal ökologische Forderungen und zur Verkehrspolitik, die sich bereits jenseits der Schmerzgrenze befindet. So nämlich, hoffen die Grünen, kann man das Zurückziehen der Maximalforderungen bei den Koalitionsgesprächen möglichst teuer verkaufen…

Aber: Zukunft kann man nicht einfach so strategisch planen. Denn wer jetzt zum Unsicherheitsfaktor wird, ist ausgerechnet die CDU. Es geht dabei um Kramp-Karrenbauer.

Denn irgendwie ist der Schwung, den die Christdemokraten beim angekündigten Wechsel von Merkel zu Kramp-Karrenbauer verspürten, intern verpufft.

Der Neuanfang ist nicht so, wie viele erhofft hatten. Glaubt man dem ZDF-Politbarometer, ist die Kanzlerin inzwischen wieder beliebteste Politikerin. Und das vor Robert Habeck von den Grünen. Kramp-Karrenbauer dagegen bleibt hinten bei der Beliebtheit.

Ist der Lack etwa schon ab? Sind die Vorschußlorbeeren der Kramp-Karrenbauer schon Schnee von gestern? Nicht ganz. Eher zeigt es die Zerissenheit der CDU bei Inhaltsfragen. Der konservative Flügel kommt nicht zum Zug. Immer noch hofft man, Friedrich Merz ins Kabinett holen zu können. Aber gleichzeitig sind die engen Vertrauten der Kanzlerin auch nicht gesetzt. Was der CDU in diesen Tagen fehlt, ist eine klare Führung. Merkel hat sie nicht mehr, Kramp-Karrenbauer weiterhin noch nicht. Und das macht alle Politik-Strategie für alle Beteiligten sehr schwer.

Ihnen eine angenehme Woche

Ihr 

Reinhold Haimüller

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