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Mit Räucherlachs und großem Herzen: Ein Däne erobert Granterath

Eine ganz besondere Art europäischer Freundschaft pflegt der Däne Breben Torrek mit dem Erkelenzer Dorf Granterath. Der Kopenhagener spricht von seiner zweiten Heimat, wenn er den Namen des Dorfes erwähnt, das ihn quasi adoptiert hat. Oder er das Dorf, so genau kann man es nach der langen Zeit nicht sagen. Etwas man aber sagen kann: Diese Freundschaft kommt von Herzen und hat nichts mit offiziellen Partnerschaftsprogrammen zu tun.

Granterather Ecke in Kopenhagen

Die herzliche Beziehung begann vor 35 Jahren, als Breben im Urlaub auf der Insel Reersöe Karin Jennessen aus Granterath kennen und schätzen lernte. Aus der Urlaubsbekanntschaft wurde Freundschaft und die weitere sich bald auf den gesamten Ort aus, den der herzliche Wikinger im Sturm eroberte. Torrek hat zuhause in Kopenhagen sogar eine eigene „Granterather Ecke“, in der er seine Erinnerungsstücke ausstellt, darunter auch eine ansehnliche Sammlung von Sessionsorden aus dem Karneval. Denn der hat es ihm besonders angetan. Gegenseitige Besuche in Kopenhagen und Granterath sind natürlich keine Seltenheit, wie auch Karl Mones von der Vereinsgemeinschaft erklärte.

Es riecht nach Räucheraal

Ab und zu auch mal ohne Ankündigung. Einmal meldete sich ein unverfänglich plaudernder Mones am Telefon bei dem Dänen. Als er erfuhr, dass Torrek an dem Abend noch nichts geplant hatte, klingelte es fünf Minuten später an dessen Tür und eine Einladung zum Essen folgte von Angesicht zu Angesicht. „Wenn Breben da ist, kann man es riechen“, beteuert Mones. „Dann riecht es auf der Straße lecker nach frischem Räucheraal.“ Den bringt der rüstige Däne seinen Freunden gerne mit. Freundschaft geht ja bekanntlich wie die Liebe auch durch den Magen.

„Ich bin ein bekennender Granterath-Fan“, sagt der Däne und weiß, dass die Granterather auch Torrek-Fans sind. So sehr, dass sie ihn 1999 zum Schirmherrn ihres Jubiläums der Vereinsgemeinschaft machten. Da war es klar, dass er seinen 85. Geburtstag auch in seiner zweiten Heimat feiert. Das freute die Granterather so sehr, dass sie ein ordentliches Fass aufmachten und unter anderem auch einen Empfang im Bellinghovener Schwanenhof organisierte. Dort erwartete den Dänen auch der Erkelenzer Prinz Roland, der ihm den aktuellen Sessionsorden der EKG überreichte.

Den Hausorden der Granterather gab es natürlich auch von Gastgeberin Karin Jennsessen. Und eins aufs Ohr gab es obendrein. Denn der „hiesige Schotte“ Rainer Wagner aus Rathaus kam in traditioneller Kluft und mit seinem Dudelsack, um Torrek ein ordentliches Ständchen zu blasen.

 

 

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