Kommentar

Minister Seehofer und die Gamerszene

Eines kann man Innenminister Horst Seehofer mit Sicherheit nicht vorwerfen: auf der Höhe der Zeit zu sein. Vielmehr überzeugt der ehemalige CSU-Chef immer wieder mit Äußerungen, auf die viele nur mit Kopfschütteln reagieren können.

So wie jetzt im Fall des Anschlags auf eine Synagoge in Halle, bei dem zwei Passanten starben. Ausgeführt hat die Wahnsinnstat ein Rechtsextremer. Die Reaktion des Innenministers dazu erweckt wieder das Kopfschütteln. Er will jetzt die Gamerszene, also jene meist jungen Leute, die sich in der Computerspielewelt zuhause fühlen, überwachen lassen.

Der Grund dafür ist, dass der Attentäter zu dieser Gamerszene, die übrigens Millionen Spieler umfasst, gehört, sich dort in Foren austauschte.

Damit stellt Seehofer eine ganze Szene unter Generalverdacht. Und das, weil einer seiner Angehörigen dazu gehört.

Wenn das die richtige Entscheidung sein soll, dann könnte Seehofer auch alle Autofahrer unter Generalverdacht stellen und überwachen lassen. Denn immerhin hat der Attentäter ein Auto benutzt.

Spinnt man das jetzt weiter, kommen wir sicherlich zur Einigung, dass der Terrorist auch Brot gegessen hat, eine Hose trug und so weiter. Genug Stoff also für den Verfassungsschutz.

Aber Spaß beiseite. Seehofer hat somit wieder einmal bewiesen, dass er nichts von der Welt 2019 versteht, insbesondere nicht von der Lebenswirklichkeit junger Leute.

Dieses Gefühl beschleicht einen auch, denkt man über die aktuelle Umweltpolitik nach. Scharen junger Menschen fordern Maßnahmen für eine bessere Umweltpolitik – und alles was der Regierung einfällt, ist die Steuern zu erhöhen.

In Sachen Steuern gibt es übrigens aktuell einen interessanten Vorschlag eines Buchautors. Er fordert 25 % Steuern auf Online-Waren, um den Einzelhandel in den Innenstädten wieder zu stärken. Eine Sache, über die man auch nachdenken kann.

Ihnen eine angenehme Woche

Ihr
Reinhold Haimüller

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