Kreis HeinsbergÜbach-Palenberg

Künstlerin Uschi Zantis – „Dafür muss man einen Blick haben“

Von Philip Rummler

Bereits als 18 jährige war für Uschi Zantis Malen das größte Hobby. Interessiert verfolgte die Übach-Palenbergerin schon damals das Kunstgewerbe mit seinen verschiedenen Strömungen und den neusten Trends in der professionellen Kunst. Sie begann mit der Aquarellmalerei und suchte sich Lehrer und Vorbilder, die ihr halfen sich zu verbessern und weiterzuentwickeln. Doch dann folgte eine lange Pause von ihrer Leidenschaft: „Ich habe geheiratet, bin einem Beruf nachgegangen und habe mich viel in der Kirche engagiert“, erzählt Zantis. „Da fehlte irgendwann die Zeit und die Malerei geriet in den Hintergrund.“

Lehre an der Akademie in Trier

Doch die Begeisterung hat sich letztendlich doch durchgesetzt. Als sie wieder mehr Zeit dafür fand fing sie auch wieder an Kunst zu schaffen. Ihre wichtigste Anlaufstelle dabei war die Kunstakademie in Trier, an der sie mehrere Kurse besuchte. „Davon habe ich sehr profitiert. Die Dozenten sind fantastisch und man lernt immer wieder etwas Neues.“ Mittlerweile ist die Übacherin eigene Kursleiterin an der Volkshochschule Heinsberg im Fach Acrylmalerei.

Die unscheinbaren Dinge

Für ihre Kunstwerke verwendet Uschi Zantis hauptsächlich erdige Töne: „So sieht es in mir aus. Ich male was aus meinem Inneren kommt.“ Dabei ist es weder abstrakt, noch konkret. Die Künstlerin lässt sich von unscheinbaren Dingen inspirieren. Ein winziger Holzspan, den sie „unglaublich ästhetisch“ fand. Ein Betonfußboden, dessen Muster sie mit einem Grafitstift abpauste, Kanaldeckel oder Spinnennetze. Es ist das Alltägliche, was Uschi Zantis fasziniert und was man nicht automatisch erkennt. „Dafür muss man einfach einen Blick haben“, erklärt sie. Diese Gegenstände verwandelt sie dann mit abstrakten Elementen in echte Kunstwerke.

Kritischer Blick auf Künstlerszene

Die Übach-Palenberger Künstlerin ist Mitglied im Kunstverein Alsdorf und beim BBK Aachen. Sie stellt regelmäßig auf Ausstellungen in der Region aus und verkauft auch dort ihre Werke.
Die Entwicklung der Künstlerszene in der Region sieht sie eher kritisch. „Die Ausstellungen könnten bedeutend besser besucht sein“, erzählt Zantis. „Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist nicht groß genug für das hohe Maß an Vernissagen.“ Sie sieht eine Übersättigung auf dem regionalen Kunstmarkt, was das Ausstellen und verkaufen für den einzelnen Künstler schwierig mache.

Keine großen Vorbilder

Uschi Zantis hat ihren ganz eigenen Stil gefunden, ohne große Vorbilder, aber immer bereit noch mehr zu lernen und sich immer weiterzuentwickeln.

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