Kommentar

Kalenderwoche 50

 

In den letzten Monaten hatte man oft das Gefühl, die Deutsche Umwelthilfe hat die Bundesregierung und die Kommunen unter ihrer Kontrolle. Denn diese Organisation scheint aktuell eine entscheidende Macht im Politspiel um Fahrverbote und Diesel zu sein.

Jetzt hat die CDU jedenfalls die Nase voll von den für alle teuren Spielchen der Deutschen Umwelthilfe, die in vielen Augen nicht mehr ist wie ein Abmahnverein, der sich seine Grundfinanzierung über Sponsoren und staatliche Unterstützung besorgt.

Die Christdemokraten wollen jetzt etwas schon lange überfälliges tun: Sie wollen der Deutschen Umwelthilfe die Gemeinnützigkeit entziehen lassen. Denn die gibt dem gerne abmahnenden Verein sogar noch Steuerfreiheit.

Die Deutsche Umwelthilfe (DHU), das ist der Verein, der vor Gerichten in deutschen Städten Fahrverbote für ältere Diesel-Fahrzeuge erstritten hat. Der CDU-Wirtschaftspolitiker Joachim Pfeiffer sieht in der Umwelthilfe einen, wie er sagte, „grün angestrichenen, semikriminellen Abmahnverein“, schreibt das Handelsblatt.

Und auch die FDP will der Umwelthilfe den Geldhahn zudrehen. Hier geht es um Fördergelder. Denn die bekommt die Organisation auch noch. Und zwar aus dem Bundeshaushalt. Von 2000 bis 2018 wurden 74 Vorhaben mit Summen zwischen etwa 17.000 Euro und 1,6 Millionen Euro gefördert.
Ein Stopp der Fördergelder und die Aberkennung der Gemeinnützigkeit könnte dem Verein, der nur etwas mehr als 300 Mitglieder, aber 100 Hauptamtliche Mitarbeiter hat, weh tun. Zumal auch die Sponsoren des Vereins nun Abspringen.

So gehörte zu den Sponsoren der Diesel-Abmahner ausgerechnet Toyota. Nun scheinen die Autobauer zu merken, in welcher Gesellschaft sie sich befinden und welcher Schatten auf sie fallen kann: Sie ziehen ihre Gelder ab. Ebenso wie die Brauerei Krombacher. Und auch Daimler. Viele weitere werden folgen. Sie merken jetzt, wie der Verein unter dem Deckmantel etwas für Umweltschutz zu tun, jede rechtliche und juristische Lücke nutzt, um Abmahnungen schreiben zu können.

Ihnen eine angenehme Woche

Ihr
Reinhold Haimüller

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.