Kommentar

Kalenderwoche 41

 

In Bayern ist vieles anders. Manches sogar genau andersrum als anderswo… Zum Beispiel bei der großen Abrechnung innerhalb der CSU. Anderswo wartet man bis nach der Wahl, das heißt: der Wahlschlappe, bevor innerparteilich und auch öffentlich das Finale einsetzt. Der Punkt, wo abgerechnet wird.

In Bayern ist das in diesen Wochen anders. Da hat die große Abrechnung schon eine Woche vor der Wahl begonnen.

Ministerpräsident Söder und CSU-Chef Seehofer schieben sich gegenseitig wenige Tage vor der Wahl schon mal vorsorglich die Schuld für das Wahldebakel bei der Landtagswahl zu.
Natürlich sucht man normalerweise bei finalen Abrechnungen nicht nach inhaltlichen Gründen der Niederlage.

Nein, das bedarf ja einer gründlichen Analyse (das heißt: vertagt bis zur nächsten Wahl). Der personelle Umsturz dagegen, der erfolgt dagegen sogleich. Man bringt sich in Stellung – und dann wird losgewettert. So ist das nun mal in der Politik.

In Bayern läuft dieses politische Spiel anders. Nämlich früher. Bei der CSU beginnt man parteiintern die Debatte darüber, wer an der bevorstehenden Niederlage schuld ist. Und diese Diskussion wird sogar öffentlich geführt!

Die Panik bestimmt bei der CSU das Handeln dieser Wochen. Die Angst vor der Riesen-Wahlschlappe, das Wissen um anstehende Verluste – all das bestimmt das Handeln der CSU-Protagonisten. Von wegen Harmonie – die hat man beim Parteitag geheuchelt. Nun inszenieren sich die Egomanen der Parteiführung dauerhaft.

Gekracht hat es bei der CSU schön öfter, wenn es um die Parteiführung ging. Stoiber gegen Waigel gegen Streibl – die Geschichten der Kämpfe sind vielfältig. Seehofer – Söder dagegen ist eine neue Dimension des Streits.

Bei der CSU ist das in diesen Tagen so: Man weiß nicht so richtig, wer für was steht in dieser Partei. Warum die Partei aber vor einer Niederlage steht, das weiß man schon…

Ihnen eine angenehme Woche

Ihr
Reinhold Haimüller

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