Kommentar

Kalenderwoche 20

Nein, sie haben sich selbst keinen Gefallen getan. Die Fußball-Nationalspieler Özil und Gündogan posierten mit dem türkischen Staatschef Erdogan in London für Fotos, überreichten ihm ein Trikot mit Widmung. Ein Bild, das nichts anderes ist als Werbung für Erdogan. Zugleich ist das Foto auch die Brüskierung des DFB und ein weiterer Abgesang an alles das, was wir „Integrationsbemühungen“ nennen.

Nun hat man schon viele (oft unnötige) Witze über die Denkleistungen von Fußballern gemacht. Im Fall Mesut Özil und Ilkay Gündogan sind sie aber nun wohl angebracht. Denn was in ihren Köpfen vorging, als sie die Einladung zur Lobhudelei des türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan annahmen, als sofort klar war: Das werden Werbefotos – das wird wohl ihr Geheimnis bleiben.

Erdogan wirbt so natürlich gerne um die Wahl-Stimmen der in Deutschland lebenden Türken.

Für Erdogan waren die Schnappschüsse mit freundlichen Fußballergesichtern ein Geschenk, eine echte Trophäe. Für Deutschland und den DFB bedeuten die Bilder ein verheerendes gesellschaftliches Signal, eine Brüskierung

Eigentlich sollte Ozil, der bei der WM wieder das deutsche Trikot überstülpen wird, sich seinem Land, in dem er lebt, anders gegenüber verhalten. Und außerdem: ist Steinmeier nicht sein Präsident?

Was wird angesichts dieses Auftretens aus der gesellschaftliche Vorbildrolle den das Nationalteam immer wieder formuliert und eingefordert? Alles vergessen? Nein, hier muss es Konsequenzen geben.

Welcher Art, das sollte die DFB-Spitze entscheiden. Auch wenn man dabei in den sauren Apfel beißen muss, dass man auf vielleicht ein oder zwei gute Spieler zukünftig in der Nationalmannschaft verzichten muss.

Man habe das den Eltern in der Türkei zuliebe gemacht, hieß es von Seiten der Spieler. Quatsch! Dass es auch anders geht, bewies Emre Can. Auch er hatte eine Einladung Erdogans nach London bekommen. Er lehnte sie einfach ab.

Ihnen eine angenehme Woche,

Ihr Reinhold Haimüller

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