ErkelenzKreis Heinsberg

Jil Frehse: Die Erkelenzerin im DFB-Tor

Ihr Vorbild, Marc-Andre Ter Stegen, hat in der Nationalelf immer noch Manuel Neuer vor sich. Da hat Jil Frehse aus Erkelenz ihm schon einiges voraus. Die Torhüterin von Borussia Mönchengladbach und dem SC Erkelenz steht jetzt im Tor der deutschen U-15 Frauen-Nationalmannschaft. Heute und am 2. November tritt sie mit den DFB-Juniorinnen jeweils gegen die U-16 Damen-Auswahl der Schweiz an.

Die Frage ob es ein Traum ist, der in Erfüllung geht kann Jil Frehse nicht wirklich beantworten. Zu weit weg war die Vorstellung es tatsächlich zu schaffen. Ein Spiel für den Deutschen Fußball Bund. Dabei sah es zu Beginn ihrer noch jungen Karriere erst nicht danach aus. „Ich wurde erst mal in die zweite Mannschaft gesteckt“, erzählt die 14 jährige und schaut verschmitzt zu ihrem Trainer Oliver Keuter vom SC 09 herüber. Der hat aber eine plausible Erklärung: „Wir fördern die Kinder in den zweiten Mannschaften individuell und gehen auf Schwächen ein. Jil war zu dem Zeitpunkt einfach noch nicht so weit. Und dann haben wir sie einfach mal ins Tor gestellt.“ Ein Volltreffer, wie sich nicht erst jetzt heraus stellt.

„Sie ist immer voll bei der Sache“ 

Der Jugendtrainer des SC 09 Erkelenz erkannte sofort das Potential und die damals siebenjährige Jil konnte sich in die erste Mannschaft kämpfen.
Die Beziehung zwischen der Spielerin und dem Trainer ist eine ganz besondere. Die Familien Keuter und Frehse sind nämlich Nachbarn, der Sohn des Trainers Jils Klassenkamerad in der Grundschule. Und natürlich ist er voller Lob für seine Musterschülerin: „Sie ist immer voll bei der Sache und bereit sich zu verbessern. Was man ihr sagt saugt sie auf und setzt es sofort um.“ Im Jahr 2015 wurden dann die Scouts von Borussia Mönchengladbach auf die Erkelenzer Torhüterin aufmerksam und holten sie in den Verein„Ein herber Schlag für uns sie zu verlieren“, kommentiert Oliver Keuter.
Trotzdem freute sich natürlich der gesamte Verein in Erkelenz für ihre Torhüterin. Eine Zweitspielberechtigung sorgt auch noch dafür, dass sie neben dem Trikot der Borussia, auch noch das Blau des SC09 tragen kann.

Jil Frehse im Tor ihres Heimatvereins

Großer Aufwand

Die Einladung zur Nationalmannschaft kam Anfang Oktober per Mail. Die Belohnung für harte Arbeit. Über Monate hinweg durchlief Jil, nach ihrer ersten Sichtung durch den DFB, mehrere Stützpunkte und Lehrgänge. Gegen anfangs 400 Mädchen konnte sich die Erkelenzerin durchsetzen. „Man darf nicht vergessen was für ein riesiger Aufwand dahinter steckt“, erinnert André Frehse, Jils Vater. „Aber sie zieht voll mit und hat Spaß an der Sache.“ Dazu gehört sicherlich auch eine gewisse Gelassenheit, welche die 14 jährige auf jeden Fall vorweisen kann. Druck macht sie sich, ihren eigenen Aussagen nach, überhaupt nicht: „Natürlich werde ich aufgeregt sein. Aber ich lasse das einfach auf mich zu kommen. Wenn ich auf dem Platz stehe denke ich sowieso nicht mehr nach, da zählt dann nur das Spiel.“ Gesprochen wie ein echter Profi.

Wie es nach diesen ersten Spielen am Mittwoch und am Freitag mit Jils Karriere weiter geht weiß noch niemand. Und weder die Torhüterin, noch Vater und Trainer machen sich momentan Gedanken deswegen. „Im Moment überwiegt einfach nur der Stolz“, bestätigt der Papa. Und wenn Jil Frehse im Nationaltrikot ähnlich gut hält wie ihr großes Vorbild, Marc-Andre Ter Stegen, beim FC Barcelona, werden wir auch in Zukunft sicher noch viel von ihr hören.

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