ErkelenzKreis Heinsberg

Grüne: Sind öffentliche Bäume in Erkelenz kein öffentliches Thema?

Erkelenz (wwi) – Der Markt und die Fußgängerzone verkommen zur Steinwüste. Das zumindest befürchten die Grünen. In einem Antrag an den Rat fordern sie eine Überplanung der Freiflächen am Markt und den Erhalt des speziellen Flairs. Damit ist es nach Ansicht von Ratsherr Ulrich Wendt nicht mehr lange hin. Denn anscheinend will die Verwaltung auf dem Markt Fakten schaffen. Ein Beleg dafür seien die Pflanzbetten in der Fußgängerzone in der Höhe des ehemaligen Kaiser´s. Diese wurden nämlich aufgefüllt und sollen zugepflastert werden. Im Klartext heißt das: keine Bäume in diesem Bereich. Um auf diesen Umstand aufmerksam zu machen, besetzten die Grünen für eine Aktion die beiden ehemaligen Pflanzbetten und stellten dort provisorisch zwei Bäume in Töpfen auf. „Die Pflasterung ist eine Unverschämtheit“, empört sich Ratsfrau Beate Schirrmeister-Heinen. „Der Antrag der Grünen ist noch nicht diskutiert, da sollen vor Ort schon Fakten geschaffen werden.“ In dem Antrag fordern die Grünen eine Umplanung des Marktbereiches zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität für Besucher.

Mit den Linden am Markt soll sich anscheinend wiederholen, was sich schon vor rund 40 Jahren ereignete. Damals mussten auch Lindenbäume entfernt werden, die nicht durch Neupflanzungen ersetzt werden sollten. Erst auf Betreiben der EKG wurden die Bäume dort gepflanzt, die noch heute den Blick auf das Alte Rathaus prägen. Einer ist schon weg, ein zweiter, der ebenfalls stark befallen ist, wird in den kommenden Jahren folgen. Und dann? „Nun wäre es sinnvoll, dort Bäume anzupflanzen, die ebenfalls widerstandsfähig und vor allem groß genug sind“, betont der grüne Ratsherr Hans Josef Dederichs. Dass die Stadt anscheinend durch schnelles Handeln Fakten schaffen und den Bürgerwillen aushebeln will, hält er für bedenklich. Beim Thema der Bäume lässt die Stadt nicht mit sich reden und spielt nicht mit offenen Klarten, betont sein Ratskollege Wendt. Ein Baumkataster, das alle Bäume auf öffentlichem Grund in der Stadt ausweist, durfte nicht zur Nutzung durch die Grünen weitergegeben werden, da es nach Auskunft des zuständigen Sachbearbeiters „falsch interpretiert“ werden könnte.

Die Unterschriftenaktion von Anette Latour, über die sich schon ein CDU-Ratsherr bei Facebook lustig gemacht hat, weist derzeit über 1800 Unterschriften aus. Bis Ende des Monats kann man sich noch eintragen und seine Stimme für eine Neupflanzung am Alten Rathaus erheben. Die Listen liegen in vielen Geschäften am Markt aus. Der Markt ist erst der Anfang des Engagements. In der gesamten Innenstadt werden mehr Bäume entnommen als neu gepflanzt, sagt Anette Latour, die als sachkundige Bürgerin im Rat sitzt. Ein weiterer Bereich, der dringend mehr grün benötigt, ist ihrer Meinung nach der Bereich vor dem Bahnhof.

Foto:

v.l.: Beate Schirrmeister-Heinen, Hans Josef Dederichs und Ulrich Wendt von den Grünen nehmen die Bepflanzung mit Bäumen selbst in die Hand.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.