ErkelenzKreis Heinsberg

Erkelenz: Neue Orgel in St. Lambertus

Ab und zu hat man einfach richtig Glück. So auch Kantor Stefan Emanuel Knauer und der Orgelbauveein an St. Lambertus. Sie verfolgen seit zehn Jahren das Ziel, der Kirche eine neue und vor allem repräsentative Orgel zu geben. Dafür sammelten Josef Viethen, Markus Forg und ihre Mitstreiter knapp eine Million Euro.

 

Dann konnten sie dem Mönchengladbacher Orgelbaumeister Martin Scholz grünes Licht geben für den Bau der neuen Orgel. Mit drei Manualen und 48 Registern ist die geplante Orgel schon ein musikalisches Schwergewicht im Bistum Aachen. Ihre Einweihung am 21. November 2021 sollte daher etwas Besonderes sein. Daher lud man den Organisten der weltberühmten Pariser Kirche Notre Dame ein.

 

Olivier Latry gilt weltweit als Fachmann im Bereich der Kirchenorgeln. Als der jedoch die Pläne der Orgel sah, auf der er knapp drei Jahre später erstmals spielen sollte, kam ihm eine Idee. Was wäre, wenn anstelle der bisherigen drei insgesamt vier Manuale geplant und gebaut würden? Den musikalischen Möglichkeiten des Instrumentes würde diese Lösung natürlich sehr entgegenkommen. Wenn nur das liebe Geld nicht wäre. Denn es hatte schon zehn Jahre gedauert, die knapp eine Million Euro zusammen zu bekommen, da weder vom Bistum etwas dazukam noch Kollekten für die Orgel durchgeführt werden. Die Bausumme von knapp 1,2 Millionen Euro konnte schließlich nur durch einen Kredit erreicht werden, der noch zurückgezahlt werden muss.

 

Doch nun war die Idee in Knauers Kopf. Und zum Glück erzählte er davon einem Gemeindemitglied nach einer Messe in St. Lambertus. „Als er mir dann sagte, dass er die Geldsumme für die Erweiterung des Bauauftrages geben würde, war ich sprachlos“, erinnert sich der Kirchenmusiker. Um rund 100.000 Euro steigt die Summe auf knapp 1,3 Millionen Euro. „Musikalisch erschließt uns das völlig neue Möglichkeiten“, weiß Knauer. An den Ausmaßen und dem Gewicht von rund drei Tonnen der Orgel wird die Erweiterung nichts ändern.

 

Sie wird auf der Empore stehen, die 2015 im Bereich des Portals der Kirche nach den Plänen des Architekten Professor Heinz Döhmen errichtet wurde. Döhmen hat auch die Orgel entworfen, die nun in Handarbeit aus tausenden Einzelteilen gebaut wird. Das wird von Januar bis Oktober 2021 vor Ort in der Kirche geschehen. Danach muss die Orgel klanglich in Feinarbeit justiert und an die räumlichen Bedingungen Kirche angepasst werden. Rechtzeitig zum Christkönigssonntag am 21. November wird sie dann fertig sein.

 

Natürlich wissen Knauer und seine Mistreiter vom Orgelbauverein, dass es nicht die Großspenden einzelner waren, die den Bau der Orgel ermöglichten. „Jede noch so kleine Spende war ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zum Ziel“, weiß Architekt Josef Viethen, der im Orgelbauverein aktiv ist. Mit der Errichtung der Empore aus Sachspenden und freiwilliger Arbeitszeit kam Schwung in die Spendensammlung. „Die Leute haben gesehen, dass etwas passiert in ihrer Kirche“, sagte Pastor Werner Rombach. „Von da an war der Knoten geplatzt und die Menschen waren dabei.“ Markus Forg vom Orgelbauverein spricht von „Bürgerstolz der Erkelenzer“.

 

Bis die neue Orgel erstmals in St. Lambertus erklingt, ist noch einiges zu tun. So wird im kommenden Jahr im Zeitraum zwischen Ostern und Weihnachten an den Mauern und der Tontechnik der Kirche gearbeitet. „Einen besseren Zeitraum für die notwendigen Arbeiten gibt es angesichts des Orgelbaus nicht“, weiß Pastor Rombach.

 

Wenn der Pariser Kirchenorganist Olivier Latry die ersten Töne auf der neuen Orgel spielt, wird der unbekannte Gönner auch im Publikum sitzen und die Musik genießen.

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