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Erfindung aus Wassenberg bei Ferienparks und beim Bundespräsidenten gefragt

Der immer weiter steigende Wohnraumbedarf in Großstädten ist schon lange ein Problem. Und auch die Lösung, Überseecontainer als Wohnfläche anzubieten, ist keine Neuheit. Allerdings gab es dort immer wieder scheinbar unüberwindbare Hindernisse, vor allem in der Dämmung, die eine rentable Nutzung von alten Schiffscontainern als Wohnfläche unmöglich zu machen schienen. Diesen Hindernissen hat sich Ivan Mallinowski (49), Mitbegründer und Managing Director der seit 2016 in Wassenberg ansässigen Firma Containerwerk, gestellt.

Und offensichtlich so gut gelöst, dass er jetzt nicht nur den begehrten Start-Up-Preis der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ erhielt, sondern neben Ferienparks und Seniorenheimen meldete sich sogar das Büro des Bundespräsidenten bei dem Wassenberger.

Containerwohnungen in Krisengebieten

Die Mitarbeiter von Franz-Walter Steinmeier interessierten sich für eine Nutzung der Containerwohnungen in Krisengebieten. Während des Wiederaufbaus der Heimat könnten die Container als Unterkunft und Lager dienen. Damit würden die Container bei der Bekämpfung der Fluchtursachen helfen.
Was aber macht Mallinowski anders wie andere? „Es geht um die Dämmung“, erklärt er. Das Material eines Überseecontainers ist nicht dafür ausgelegt Kälte oder Hitze abzuhalten, was eine gute Dämmung erforderlich macht. Zudem müssen auch noch bei Schall- und Brandschutz die gleichen Bedingungen erfüllt werden wie beim konventionellen Hausbau. Dort kommt die von Mallinowski eigens entwickelte und patentierte Hochleistungsdämmung ins Spiel, bei der spezieller Schaum als Dämmmaterial gespritzt wird.

Ivan Mallinowski

Mallinowski: „Wir nutzen Polyurethan-Schaum, allerdingst in einem neuen bisher unbekannten Verfahren. Etwas, das niemand für möglich gehalten hat.
Bleibt bei konventionellen Dämmungen im Container nur eine Raumbreite von 1,90 Meter übrig, sind es bei der innovativen Methode schon 2,20 Meter.
Noch dazu wurde ein Verfahren entwickelt einen ausrangierten Container innerhalb von nur zwei Stunden komplett zu dämmen. Dazu ist das ganze Projekt noch nachhaltig.

Bei einem Umzug die Wohnung mitnehmen

Der größte Vorteil für den Wohnungsbau aus den Containern: Sie sind leicht zu transportieren. „Da kann man bei einem Umzug von einer Stadt in eine andere die ganze Wohnung auf einem Transporter mitnehmen“, sagt Mallinowski.

Schick sieht es aus im Container

Darauf ist nun die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“, bestehend aus der Bundesregierung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie, aufmerksam geworden und hat das Start-Up ausgezeichnet. „Wir sind eins der 12 innovativsten Unternehmen in NRW“, sagt Mallinowski stolz. Die Auszeichnung bringt nicht nur den Stolz des Firmengründers, sondern auch eine große Anzahl Neukunden mit sich. Mehrere Voranfragen sind in Wassenberg eingegangen, vor allem für Großprojekte wie Bürokomplexe, Ferienparks, Studenten – und Seniorenwohnheime.


Und eben die Anfrage aus dem Büro von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der in den Containern eine große Hilfe bei der Lösung der Flüchtlingsproblematik sieht. Das Wassenberger Unternehmen könnte also bald einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten, bei der Bekämpfung von Fluchtursachen helfen.

Expansion fest geplant

Um diese großen und wichtigen Herausforderungen zu meistern wird sich das Unternehmen weiter vergrößern, um die Nachfrage decken zu können.
Momentan produziert Mallinowski in Wassenberg auf einer Fläche von 30.000 Quadratmetern, eine weitere 2500 Quadratmeter große Halle soll hinzukommen. Außerdem ist eine Expansion geplant.

Zu dem schon bestehenden Werk in Wassenberg soll bald ein Containerwerk in den USA entstehen. Mallinowski: „Denn platzsparendes, nachhaltiges Wohnen ist überall gefragt.“

Von Philip Rummler

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