Kommentar

Die Grünen sind grün, die SPD ist grüner und die CDU so richtig grün

Die farbliche Angleichung hat etwas Beängstigendes: Die Grünen sind grün, die SPD ist grüner und die CDU so richtig grün. Alle Parteien bewegen sich in diesen Wochen in eine Richtung. Wir sind grün. Grüner als alle anderen. Denn, so glauben die mitschwimmenden Neu-Ganz-Grünen, nur so kann man 2019 Wahlen gewinnen.

Beobachtet man derzeit die Parteien, dann hat man ein ungutes Gefühl Denn die neue Realität lautet: Für das große Thema Klima kann alles andere vor die (Wind-) Hunde gehen.

Vor allem in der CDU herrscht Panik über ihren freien Fall. Fehler hat sie in der Vergangenheit bereits ausreichend gemacht. Alleine mit ihrer Asylpolitik hat sie konservative Wähler zur AfD getrieben. Jetzt kommt die Angst vor der Friday-for-Future-Fraktion hinzu. Deren Anhänger wählen grün. Was also tun?

Verzweifelt aber sind die Versuche sich den Klimaschützern anzubiedern. Desto mehr die CDU dies hilflos versucht, desto mehr profitiert die Ökopartei.

Angelastet werden diese grünen Tiefschläge Kramp-Karrenbauer. Sie versucht vieles. Einiges davon unglücklich, ohne wirklich was bewegen zu können. So kann es sehr schnell sein, dass Kramp-Karrenbauer von der Kronprinzessin zu Merkels letztem Opfer mutiert. Ihr Absturz in Umfragen kann man vergleichen mit dem jener SPD-Lichtgestalt vor der Bundestagswahl: Martin Schulz.
Über die SPD, die bereits um ihr politisches Überleben zu kämpfen scheint, mag man gar nicht nachdenken. Den Sozialdemokraten muss man eine Profilberatung empfehlen. Mit „nur grün“ wird die einstige Arbeiterpartei nicht weiterkommen.

Bedenklich aber ist auch die jetzt gelebte politische Kultur des Verstehens und Liebhabens in der Koalition. Da werden, wie bei der Grundsteuerreform, im Eilverfahren solidarische Gesetzesänderung durchgeboxt, die uns eher ratlos aussehen lassen. So viel Harmonie brauchen wir nicht. Denn Umwelt- und Klimapolitik sind wichtig. Andere Sachen aber auch. Und die gehen jetzt in der schönen neuen grünen Welt anscheinend unter.

Ihnen eine angenehme Woche

Ihr Reimhold Haimüller

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