Kommentar

Der Fall Tönnies und die Konsequenz

Nein, mit einem einfachen „Tut mir leid“ hat sich die Sache „Clemens Tönnies“ nicht erledigt. Die Sätze, die der Schalke-Boss Tönnies beim Tag des Handwerks in Paderborn öffentlich vor dem rappelvollen Saal von sich gab, mussten Konsequenzen für ihn haben. Wäre dies nicht so, dann sind alle Anti-Rassismus-Kampagnen im Fußball bankrott.

Seine Äußerungen spiegeln hoffentlich nicht tatsächlich das Weltbild des Unternehmers. Denn wer sagt, er würde gerne im Jahr 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren, denn „dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn‘s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“, redet tatsächlich in der Art eines Großwildjägers, wie Schalke Legende Hans Sarpei anmerkte.

Wer Aufsichtsratsboss von Schalke 04 und Konzernchef ist, sein Leben als Milliardär lebt, der hat sich auf offener Bühne nicht auf diesem allerniedrigsten Niveau zu äußern. Er torpediert damit alle Unternehmungen der Verbände und Vereine gegen Rassismus in Stadien.

Auch und besonders ein Vereinsboss hat eine Vorbildfunktion. Das hat der Milliardär vergeigt. An einer Vereinsspitze ist er eigentlich untragbar.

Egal um welchen Verein es sich handelt, solche Äußerungen, die ein Weltbild vertreten, das wir alle nicht haben und vertreten wollen, das niemand mehr hören möchte, – wer so in der Öffentlichkeit redet, hat nichts auf einem solchen Posten verloren. Kein Verein tut sich damit einen Gefallen. Denn er legitimier so die tatsächlich rassistisch gemeinten Laute und Rufe in Fankurven bestimmter Vereine bzw einzelner meist Betrunkener.

Clemens Tönnies ist Unternehmer, mit Schlachten ist er reich geworden. Er führt Deutschlands größten Schlachtbetrieb für Schweine. Er hat dort schon einige Skandale ausgesessen: Mitarbeiterbeobachtung per Kamera bis in Umkleide hinein, Steuerhinterziehungsvorwürfe und andere arbeitsrechtliche Schwierigkeiten. Vielleicht ist es für ihn an der Zeit, sich mal ausführlicher um die Tierhaltung in seinem Betrieb und das Tierwohl an sich zu kümmern.

Ihnen eine angenehme Woche
Ihr

Reinhold Haimüller

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