Kommentar

Der Fall Strache: Welche Motive hatten die Fallensteller? / Kommentar

Um es klar vorab zu sagen: Ein Politiker, wie der Österreicher Strache, war in seiner Position als Vizekanzler untragbar. Denn seine Äußerungen im Skandalvideo, das zu seinem Rücktritt führte, zeigen seine politische Unreife.

Tatsche ist aber auch: Strache wurde hereingelegt, ausgetrickst, hintergangen. Bis jetzt weiß niemand, wer das Video aufnahm, wer die Inszenierung möglich machte. Und wir wissen auch nicht warum dies geschah. Was waren die Motive der Fallensteller?

Dies macht Strache allerdings nicht zwangsläufig zum Opfer. Ihm wurde eine Falle gestellt und er tappte hinein. Mitleid kann es da nicht geben.

Aber dennoch hat dies alles einen schalen Beigeschmack. Und das sogar in mehrfacher Hinsicht. Zwar erinnert die ganze Aktion in ihrer Durchführung auf den ersten Blick an einen Geheimdienstcoup. Auf der anderen Seite war es anscheinend auch alles sehr einfach.

Einiges deutet auf einen Nachrichtenhändler hin, der die Nachricht macht und dann meistbietend verkauft. Aber auch das ist nur eine von vielen Möglichkeiten.

Unwohl aber kann man sich beim Gedanken fühlen, dass innerhalb eines Jahres schon zum zweiten Mal jemand über ein Video stürzt, von dem wir nicht wissen, wer es aufgenommen hat. Ein kurzes Video aus Chemnitz stürzte im letzten Jahr in der Folge den deutschen Verfassungsschutzchef und in zweiter Konsequenz verliert auch der Innenminister seinen Job.

Verdeckte Aktionen hat es in der Vergangenheit schon öfter gegeben: deutsche Behörden kauften Steuer-CDs mit Daten von Bankkunden in der Schweiz, Wikileaks veröffentlichte geheime Dokumente aus US-Ministerien, es gibt die „Panama Papers“ der Steuersünder und die „Pentagon Papers“ brachten einst US-Präsident Nixon zu Fall.

All das war wichtig und richtig. Aber es muss im Fall Strache jetzt auch versucht werden zu klären: Wer nahm das Video auf und aus welchen Gründen tat es?

Ihnen eine angenehme Woche
Ihr
Reinhold Haimüller

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