Kreis Düren

Berlinale-Feeling in Jülich

Berlinale-Feeling in Jülich, zu sehen ist der Film“3 Tage in Quiberon“.


Von unseren Berlinale-Korrespondenten Peer Kling und Elisabeth Niggemann

In dem in Schwarz-Weiß gedrehten Porträt „3 Tage in Quiberon“ zeichnet Filmemacherin Emily Atef das L(i)ebensdrama von Romy Schneider nach. 1981 verbringt der Weltstar drei Tage in dem bretonischen Kurnest Quiberon. Atemholen für das nächste Filmprojekt. Aber Romy konnte nie alleine sein. So ist ihre beste Freundin bei ihr. Die echte Vertraute wollte nicht am Portait beteiligt sein, so hatte Birgit Minichmayr eine fiktive Hilde zu spielen. Hinzu gesellt sich ausgerechnet der Stern-Reporter Michael Jürgs.

Charly Hübner spielt den mit Romy Schneider befreundeten Fotografen Robert Lebeck. Foto: Peer Kling

Der Sohn von Michel Gwisdek, Robert Gwisdek verkörpert ihn in glaubhafter Journalisten-Manier. Romy Schneider pflegte eine Hassliebe zur Presse. Der Film ist so nebenbei ein Paradebeispiel für die Frage, wie weit dürfen Journalisten gehen? Romy hatte, was damals niemand wusste, nur noch bis Mai des Folgejahres zu leben. Sie war eigentlich schon am Ende und teilte dies in einer erschreckenden Offenheit mit. Der berühmte Fotograf Robert Lebeck (Charly Hübner) hielt als vertrauter Freund allerdings eine schützende Hand über Romy. Von diesen drei Tagen hat er 580 Schwarz Weiß Fotos hinterlassen, die der Regisseurin alle zur Verfügung standen. Nach der bekannten Formel „Ein Bild sagt mehr als …“ wären das allein schon mal über eine halbe Million Worte.

Bärenstark: Robert Gwisdek als Darsteller des Sternreporters Michael Jürgs, Marie Bäumer als Romy Schneider bei der Berlinale. Foto: Peer Kling


Die Titelrolle übernimmt die 1969 in Düsseldorf als Architektentochter geborene Marie Bäumer, die seit ihrem Durchbruch mit Detlev Bucks „Männerpension“ (1995) mit rund 50 TV- und Kinoproduktionen ihr Publikum erfreute. Sie lebt schon lange nicht mehr an der Düssel, sondern in einem Dorf in der Provence nicht weit von Avignon. Romy und ihre Darstellerin teilen nicht nur die Wahlheimat, wenn auch zeitversetzt, sondern eine frappierende äußerliche Ähnlichkeit. Marie wollte nie Romy spielen, aber dann wollte sie es wissen. Die echte Romy wollte nie mehr Sissi „sein“. Interessant, dass Emily Atef sich erst kurz vor Drehbeginn ihres Film „Sissi“ erstmalig angeschaut hat, sozusagen als Hausaufgabe.

Romy Schneider spielen, sich auf einen Zeitraum von nur drei Tagen beschränken und in Schwarz Weiß drehen? Kann das überhaupt funktionieren? Ja, und wie! Von 10 Nominierungen für den deutschen Filmpreis wurden sieben inklusive der Goldenen Lola Wirklichkeit. Zu sehen Im Jülicher Kuba Kino am 4. und 5. Juni 2018 um jeweils 20 Uhr.

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