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B57: Hier geht bald nichts mehr

Von Philip Rummler

Die schon jetzt ziemlich ausgelastete Bundesstraße 57 wird demnächst wahrscheinlich noch stärker befahren. Der Online-Versandhändler Amazon plant ein Logistikzentrum in Rheindahlen, das in Kooperation mit dem Logistiker Hermes in Baal arbeitet. Dadurch rechnet man besonders im Wegberger, Hückelhovener und Erkelenzer Stadtgebiet mit deutlich mehr Lkw-Verkehr. Aber auch durch die neu geschaffenen Arbeitsplätze wird die B57 wahrscheinlich zusätzlich belastet, da die Arbeitnehmer mit dem Pkw zur Arbeit kommen.

Bundesstraße bereits jetzt am Limit

„In bereits aufgestellten Prognosen geht man von einer Gesamtmehrbelastung von bis zu 350 LKW pro Tag aus“, sagt Frank Thies, technischer Beigeordneter der Stadt Wegberg. „Diese werden jedoch nicht alle die B57 in Richtung Wegberg – Rath-Anhoven befahren. Schätzungen gehen von bis zu 50 Prozent  aus.“ Thies beruft sich bei diesen Zahlen auf ein vorab von der Stadt Mönchengladbach erstelltes Gutachten. „Aktuelle Verkehrszählungen haben ergeben, dass die Leistungsfähigkeit des Verkehrsknotens B57/L127 in Stoßzeiten bereits heute nahezu am Limit ist.“ Die Stadt Wegberg befürchte nun, dass sich sowohl die Auswirkungen auf den Verkehr, als auch die Belastung für die Anwohner verschärfen werde.

 Nicht nur LKW

Die Stadt Mönchengladbach sieht als Maßnahme gegen den steigenden Lärm, von insgesamt 70 Dezibel am Tag und 60 bei Nacht, eine Erneuerung der Fenster der Anwohner. Wer für diese Sofortmaßnahmen die Kosten trägt geht aus einer Pressemitteilung nicht eindeutig hervor. Inwieweit Streckenabschnitte in den Stadtgebieten Erkelenz oder Hückelhoven betroffen sind ist noch nicht abzusehen. Der zusätzliche Lkw-Verkehr ist nicht die einzige Sorge des Baudezernenten Thies. Das Verkehrsaufkommen durch schätzungsweise 450 neue Mitarbeiter, sei momentan noch überhaupt nicht abzusehen.

Bis zu 3000 Angestellte

Das neue Amazon-Logistikzentrum soll bis Sommer 2019 fertig gestellt sein und bis Ende dieses Jahres insgesamt 1000 Vollzeitstellen generieren. Inklusive kurzfristiger Aushilfen beläuft sich die Mitarbeiterzahl zur Spitzenzeit im Weihnachtsgeschäft auf bis zu 3000 Beschäftigte. „Ein Schichtbetrieb erzeugt beim Schichtwechsel eine zusätzliche Belastungsspitze“, so die Sorge von Frank Thies. „Dabei haben aktuelle Verkehrszählungen ergebe, dass die Leistungsfähigkeit des Verkehrsknotens B57/L127 in Stoßzeiten bereits heute nahezu am Limit ist.“

Schon jetzt zu Stoßzeiten voll. Die B57 bei Rath-Anhoven

Berechnungen über Mehrbelastung

Die Stadt Wegberg hat bereits Bedenken gegen die Umsetzung geäußert und steht deswegen in regem Austausch mit der Stadt Mönchengladbach und dem Landesbetrieb Straßen.NRW. Auch die Stadt Erkelenz habe schon „anlassbezogenen Kontakt zum zuständigen Landesbetrieb aufgenommen um zeitnah einen Termin für weitere Informationen zu vereinbaren“, bestätigt Ansgar Lurweg, Technischer Beigeordneter in Erkelenz. Bis dahin werden an den betroffenen Verkehrsknoten weitere Berechnungen durchgeführt um die Auswirkungen der Mehrbelastung zu ermitteln. „Gemeinsam mit Straßen.NRW werden wir die beste Lösung erarbeiten“, verspricht Frank Thies. Als erster Schritt soll eine Optimierung der Ampelphasen vorgenommen werden. „Aber selbst diese Sofortmaßnahme ist aufgrund der notwendigen Ablaufschritte vermutlich nicht vor April 2019 umgesetzt.“ 

 

Fotos: Philip Rummler

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