GeilenkirchenKreis Heinsberg

Anwohnern stinkt die Kanalsanierung in Neu-Teveren

Neu-Teveren – Eigentlich ist die Sache nicht neu. In Neu-Teveren direkt neben der Nato-Airbase wird schon eine mittlere Ewigkeit über den Zustand der Straßen und Kanäle geredet. Neu ist aber das Tempo, mit dem plötzlich alles saniert werden soll. Heute wird über den Plan für den westlichen Teil der Siedlung im Stadtrat abgestimmt, eine Zusage gilt als sicher.

Doch für die Hausbesitzer in der Siedlung bringt dieser Entschluss eine ungewisse Zukunft. „Ich kann schon seit Tagen nicht mehr schlafen“, sagt Andreas Lenz. Vor vier Jahren hat er ein Haus in Neu-Teveren gekauft. Beim Kauf wurde festgehalten, dass er bei möglichen Kanalarbeiten den Firmen Zugang gewähren muss. Denn: Regenwasser- und Abwasserkanal liegen hier nicht wie üblich in der Straße. „Die Kanäle sind aus den 50er Jahren und wurden damals gelegt, wo Platz war“, erklärt der Beigeordnete der Stadt, Markus Mönter.

Auch ohne Überprüfung geht die Stadt davon aus, dass diese Kanäle nicht mehr in Ordnung sind und plant auch deshalb die Sanierung. Jetzt sollen die Kanäle in die Straße. Die Folgen für die Anwohner sind jetzt schon klar. Alle Hausanschlüsse müssen neu verlegt werden. Die Kosten hierfür trägt jeder selbst. Außerdem werden die Sanierungskosten der Straße auch teilweise auf die Hausbesitzer umgelegt. Von derzeit 13 bis 15 Euro pro Quadratmeter Grundstück ist die Rede. „Bei der Vorstellung der Pläne stand aber auch dabei, dass dies nur eine Schätzung sei und die Kosten höher und niedriger ausfallen können“, ereifert sich Uwe Isbarn. Schon mit der aktuellen Schätzung kommen viele Hausbesitzer auf über 10.000 Euro. Und die Eigentümer befürchten viel mehr.

Perfekt sind die Straßen nicht. Aber warum sie komplett neu gestaltet werden müssen, mit deutlich breiteren Gehwegen, verstehen die Anwohner nicht.

Denn die Straßen in der Siedlung sind alte Betonwege, die vor einigen Jahren asphaltiert wurden. Die Anwohner berichten von Probebohrungen, bei denen der Firme die Bohrer stecken geblieben sind, weil die Straßen so hart sind. „Die haben nur geflucht“, so Lenz. Ob die Gesamtkosten von geschätzten 1,5 Millionen Euro ausreichen, bezweifeln die betroffenen Neu-Teverener daher stark.

Und sie fühlen sich von der Stadt überrumpelt. Nachdem lange Zeit nichts passiert ist, würde jetzt im Hauruck-Verfahren alles durchgepeitscht. Bei einem Termin für die Bürger ist es nach Angabe von Lenz und Isbarn hoch her gegangen. Es sei hitzig und durchaus laut gewesen. Der Beigeordnete Mönter hat dies so nicht in Erinnerung: „Es wurde natürlich über die Kosten gesprochen, aber hitzig war es nicht.“ Bei der Verwaltung ist man sich ohnehin keiner Schuld bewusst. „Dass eine Sanierung kommen wird, ist schon lange klar“, sagt Mönter. Schließlich würde das Thema schon lange diskutiert. Die Anwohner halten das plötzliche Tempo und die geplante Ausführung aber für schlecht. So sollen die Bürgersteige jeweils zwei Meter breit werden, wodurch zahlreiche Parkplätze verschwinden. Auch sind barrierefrei Übergänge, also Zebrastreifen mit abgesenkten Bordsteinen, geplant. Lenz fragt: „Wofür? Hier sind nur Anwohner und es kommt vielleicht jede halbe Stunde mal ein Auto vorbei.“

Selbst wenn der Rat heute die Pläne 1:1 durchwinkt, scheint das letzte Wort in Neu-Teveren noch nicht gesprochen zu sein. Ob die Hausbesitzer rechtliche Schritte nutzen wollen, ist auch noch offen.

2 Gedanken zu „Anwohnern stinkt die Kanalsanierung in Neu-Teveren

  1. So ganz plötzlich kommt die Sanierung nicht. Wir wohnen hier in der Siedlung schon über 24 Jahren und seit 20 jahren will man hier die Kanäle Sanieren.
    Bevor ich ein Haus in so eine Siedlung kaufe schaue ich mich erst mal um und wenn ich dann so einen Zustand sehe, würde ich erstmal die Anwohner fragen ob irgendetwas in Zukunft ansteht und wenn es auch nur Gerüchteweise ist. Den meistens ist an jedem Gerücht immer etwas wahres dran. Um es nochmal zu sagen, so ganz neu ist das Thema Kanalsanierung nicht.
    Endlich geht es los und das 2-wöchige auspumpen und durchspühlen der Kanäle hat endlich ein ende, mal ganz zu schweigen vom Wasserhochstand im Keller.
    Die Frage ist wirklich, brauchen wir wirklich ein 2m breiten Bürgersteig und barrierefreie Übergänge. Da wir hier am Arsch der Welt wohnen und ich bis jetzt noch keine Touristen hier gesehen habe, sondern nur Anwohner, ist dies wirklich unnötig. Vor allem bekomme ich Kopfschmerzen wenn ich auf dem Bauplan sehe das es nur noch 11 Parkplätze in der Möldersstraße geben wird, bei dem was jetzt schon hier parkt. Es wird Chaos geben und die arme Sau die einen Rettungswagen braucht und der nicht durch kommt, weil mal schon wieder einer mal eben kurz was erledigen wollte und nicht bereit ist 5 Meter zu gehen, wie es jetzt schon zum Teil ist.

    1. Dass das Thema nicht neu ist, steht im Artikel ja auch drin. Es geht darum, dass es plötzlich alles ziemlich schnell geht und die Kosten bis jetzt nicht sicher sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.