Kreis Düren

Kartbahn-Gelände soll an RWE verkauft werden – Reiner Ferling: Ich kämpfe weiter für Schumis Erbe

Kreis Düren/Kerpen – Die Zukunft des legendären Erftlandringes, Deutschlands berühmtester Kartbahn, scheint nun endgültig besiegelt. Dort, wo einst die Schumi-Brüder ihre ersten Runden drehten, sollen schon in wenigen Jahren die Bagger des Stromkonzerns RWE ein riesiges Loch buddeln. Die Suche nach einem Ausweichgelände, unter anderem war die Sophienhöhe in der Gemeinde Niederzier im Gespräch, ist gescheitert. Nun informierte der Kart Club Kerpen, der die Bahn betreibt, seine Mitglieder über einen „Deal“ mit RWE, der nicht allen gefällt. Auch Reiner Ferling aus Echtz nicht…

Der 66-Jährige, in den 90er-Jahren als „Edel-Fan“ von Michael Schumacher weltweit bekannt, ist enttäuscht, dass der Club den Kampf um den Erhalt der Bahn offensichtlich aufgegeben hat, und kündigt an: „Ich kämpfe weiter für Schumis Erbe!“ Der Kart Club, dem ein Drittel des rund 10 Hektar großen Geländes gehören, gab bekannt, dass man mit dem RWE eine Übereignung vereinbart habe. Mit dem „Erlös“ wolle man die Vereinsarbeit weiter führen und die Nachwuchsförderung unterstützen. „Aber ohne Bahn? Das ist so, als würde man dem FC das Stadion als Spielort wegnehmen…“

Reiner Ferling, Vorsitzender des Michael Schumacher Fanclubs, hält es für möglich, dass der Erftlandring zu retten ist. „Durch den gerichtlich angeordneten Rodungsstopp im Hambacher Forst haben wir Zeit gewonnen. Es ist also durchaus vorstellbar, dass irgendwann der gesamte Tagebau gestoppt wird. Insofern ist das zwischen Kart Club und RWE vereinbarte Rückkaufrecht ja eine gute Klausel“, so Ferling. Doch Ferling hält es für falsch, sich nur auf den BUND und die Gerichte zu verlassen: „Hier müsste der Clubvorstand selbst das Heft in die Hand nehmen und signalisieren, dass man für die Kart-Bahn kämpft.“

Aufgeben kommt für den Fanclub-Vorsitzenden nicht in Frage. Direkt nach seinem Urlaub setzte er sich mit lokalen Politikern an einen Tisch, um mögliche Petitionen auszuloten. „Gegen oder für alles gibt es Petitionen, warum nicht auch für dieses sporthistorisch so bedeutende Gelände, wo Michael Schumacher seine Karriere begann?“ Unterstützung von den Mitgliedern des Kart-Clubs wird es wohl kaum geben, denn nur 20 der über 550 Mitglieder nahmen an der Infoveranstaltung teil, in der Präsident Gerhard Noack die RWE-Pläne präsentierte.

Ferling ärgert besonders, dass nichts getan wurde, obwohl man seit 40 Jahren weiß, dass der Tagebau kommt. „Michael hatte sich schon früh um den Alternativstandort Sophienhöhe bemüht, doch nach seinem Unfall Ende 2013 konnte er das Projekt nicht mehr verfolgen. Die Stadt hat sich lange Jahre mit seinem berühmten Bürger gebrüstet, aber sämtliche Alternativen im Stadtgebiet abgelehnt. Wenn er könnte, würde Michael um jeden Preis für seine Bahn kämpfen!“

Möchten Sie mehr zum Thema wissen und Reiner Ferling unterstützen? Dann besuchen Sie die Seite www.m-schumacher-fanclub-kerpen.de oder treten sie der gleichnamigen Gruppe auf Facebook bei.

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