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08.12.2009
die Soldaten der Bundeswehr sind in den kahlen Bergen Afghanistans, in dieser unwirklichen Landschaft, Gefangene in einem bösen Traum.
Dieser Krieg ist für Sie und Ihre Soldaten zum Alptraum geworden. Die Angst fährt mit bei jeder Streife, schreitet mit auf jedem Weg, ist der Begleiter in jeder Sekunde.
In einem dieser Augenblicke haben Sie eine tragische Entscheidung getroffen. Ein Befehl, der 140 Menschen das Leben kostete. Sie aber wollten nicht den Tod. Sie wollten das Leben der Männer und Frauen, die Ihnen unterstellt sind, schützen.
Ihre Entscheidung sei „unangemessen“ gewesen, hat der Verteidigungsminister jetzt gesagt.
Nur: der Minister und seine Mitarbeiter, die Bundeswehrführung und alle, die sich mit dem Fall beschäftigen, hatten jetzt Monate Zeit, die Situation an diesem Fluss mit den von Taliban-Terroristen gekaperten Tanklastern, zu analysieren. Jede Sekunde wurde rekonstruiert, jeder weitere Vorgesetze in der Kette, den Sie vor dem Befehl hätten fragen können, aufgezählt, jede andere Möglichkeit abgewogen, um dann zu dem Urteil „unangemessen“ zu gelangen.
Sie, Oberst Klein, hatten in jener Nacht des 4. September nur wenige Minuten Zeit, eine Entscheidung zu fällen.
2007 sagte der damalige Verteidigungsminister Peter Struck, man verteidige die Sicherheit Deutschlands auch am Hindukusch. Sie, Herr Oberst, haben mit Ihrem Befehl nur das Leben Ihrer Soldaten verteidigen wollen.
In diesem Sinn
Ulrich C. Kronenberg
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