25.04.2015

Kommentar zur Woche

Guten Tag, liebe Leser

07.05.2008

Das, was in  Tröglitz in Sachsen-Anhalt passiert und geschehen ist, erschreckt und erzürnt. Rechtsextremisten fordern das Gemeinwesen, den Staat, uns alle, heraus.

Was in Tröglitz geschieht, hätten wir uns eigentlich nicht vorgestellt. So ungeheuer ist es. Wir müssen uns tatsächlich fragen: Wo leben wir eigentlich?

Wie kann es sein, dass ein Bürgermeister aus Rücksicht auf seine Familie genötigt sieht, sein Amt  aufzugeben. Unglaublich: Aber Rechtsextreme sind vor seinem seinem Haus aufmarschiert, um die Unterbringung von 40 Asylbewerbern in dem 2800 Einwohner- Ort zu verhindern
Der Bürgermeister - und wer mag es ihm verdenken - bekam Angst. Rücktritt.

Das Ungeheuerliche aber wurde jetzt noch gekrönt. Die bezugsfertige Asylbewerber-Unterkunft im Ort ging in Flammen auf. Mutmaßlich ein Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit.

Der Fall Tröglitz - aber es gab in letzter Zeit schon öfter Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte; Tröglitz ist nicht der einzige Fall - zeigt in beklemmender Weise, dass der Rechtsextremismus eine brandgefährliche Erscheinung bleibt.

Steigende Flüchtlingszahlen dienen rechten Hetzern dazu, ihre brauen Parolen zu verbreiten. Und die wirken, stecken an.

Was tun? Die Politik ist gefordert!  Entschlossenheit im Entgegentreten und Aufklärung wie Dialogangeboten rund um das Thema Flüchtlinge sind gefragt. Auf diese Weise wird Rechtsextremisten der Nährboden entzogen.

Dennoch, was sich in Tröglitz zugetragen hat, ist eine Schande für unser Land.

Respekt verdient der zuständige Landrat Götz Ulrich. Der CDU-Politiker lässt sich weder durch Aufmärsche noch durch Drohungen einschüchtern. Auch viele Einwohner von Tröglitz stehen gegen die Rechtsextremisten auf. Sie verhindern, dass ihr Ort nur traurige Berühmtheit erlangt.

Ihnen eine angenehme Woche
Ihr
Reinhold Haimüller