19.11.2017

Kommentar zur Woche

Guten Tag, liebe Leser

07.05.2008

In Berlin wird verhandelt – und wir warten weiter auf eine funktionierende Regierung. Denn: Es ist nicht einfach, sich zusammenzuraufen.

Das Hoffen auf ein Entstehen einer Jamaika-Koalition ist eher ein Hoffen mit Bangen. Denn begeistert ist niemand von der Idee. Nicht schön, aber muss wohl sein, so die Erwartungshaltung.

In einem sind sich die Beteiligten wohl einig: Es muss klappen, denn Neuwahlen will man nicht. Denn die muss man fürchten.  Und zwar alle.

Nach wie vor wichtig bei den Verhandlungen sind die Personen an der Spitze. Angela Merkel und die Grünen haben es eigentlich einfach. Denn sie verbindet keine unglückliche Regierungsgeschichte. Bei der Kanzlerin, Seehofer und Lindner ist das etwas anders.

Einige der Beteiligten widerstrebt es, Merkel zur Kanzlerin zu wählen. Doch dazu dient die lange Dauer der Verhandlungen oder besser der Sondierungen, wie die Kanzlerin das nennt. Es ist jene Phase, die Merkel braucht, die Gegner zu überzeugen, sie zu wählen.

Nachdenklich muss machen, dass keine der in den letzten zwölf Jahren so entstandenen Koalitionen länger als eine Legislaturperiode hielt. Die Partner wollten oder sie oder konnten dann einfach nicht mehr. Ein Grund, warum die Kanzlerin alle vier Jahre von vorne anfangen muss.


Und wer möchte schon Vizekanzler werden, schaut man auf die Geschichte der Vizekanzler unter Merkel. Angela Merkel hat bisher mit denen am besten zusammengearbeitet, mit denen Zusammenarbeit am unwahrscheinlichsten schien. Franz Müntefering, Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel. Eine Zusammenarbeit die der SPD allerdings viele Wählerstimmen gekostet hat.

Die Zusammenarbeit mit der FDP dagegen war für deren Führer unglücklich. Das weiß auch Lindner. Darum auch ist er vorsichtig. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob es eine Regierung dieser Konstellation gibt, die kommenden Monate, ob sie bestehen kann.

Ihnen eine angenehme Woche

Ihr
Reinhold Haimüller