16.09.2014

Kommentar zur Woche

Guten Tag, liebe Leser

07.05.2008

Etwas läuft in diesen Wochen falsch. Etwas, das wir lange nicht wahrhaben wollten, mit demokratischer Höflichkeit überspielten, in schuldbewusstem Geiste ausblendeten und in allzu bereitwilliger politischer Korrektheit verschwiegen haben: die Integrationspolitik ist nicht nur in großen Bereichen misslungen - sie droht in einer für unsere Welt gefährlichen Art zu scheitern.

Drei Beispiele aus diesen Tagen: In Wuppertal patrouilliert die selbsternannte Scharia-Polizei durch die Straßen, in Düsseldorf steht ein Islamist wegen eines fehlgeschlagenen Bombenanschlags in Bonn vor Gericht - und im Bundesland Sachsen wählen - so die Statistik - häufig mehr und mehr Männer zwischen 19 und 29 die NPD.

Nun kann man nicht behaupten, das eine entsteht aus dem anderen. Dazu ist unsere gesellschaftliche Realität zu kompliziert. Doch man kann analysieren, was hier schief läuft.

Klar dürfte sein: In allen drei Fällen haben Rattenfänger ihre Opfer gefunden. Drei Fälle, die alle drei mit Hass, Provokation und Gewalt zu tun haben. Und in allen drei Fällen sind junge Menschen beteiligt - als Opfer der Rattenfänger.

Im Fall der Scharia-Polizei geht es darum, dass wir hier gleich an die „Sittenwächter“ in arabischen Staaten denken. Hier will man ganz offen ein Schattensystem installieren. Und hier ist man genötigt den Satz „Wehret den Anfängen“ zu rufen. Denn ein Sittenwächtertum mit seinen eigenen Regeln darf es in diesem Staat nicht geben.

Im Fall der jungen NPD-Wähler ist die Situation ähnlich. Auch hier soll eine eigene Macht mit eigenen Regeln installiert werden. Die Braunen planen es. Auch wenn sie anderes beteuern.

Und im Fall des Bombenlegers von Bonn? Hier ist der sich hochschaukelnde Hass bereits in Gewalt umgeschlagen. Eine Entwicklung, die untragbar ist.

Was tun? Der erste Schritt wäre, zuzugeben, dass die Integrationspolitik schief gelaufen ist, dass man sie ändern muss. Im zweiten Schritt dann muss sie geändert werden. Weil wir sonst der Hass- und Gewaltspirale nur noch zuschauen können.

Ihnen eine angenehme Woche
Ihr
Reinhold Haimüller