03.08.2015

Kommentar zur Woche

Guten Tag, liebe Leser

07.05.2008

Als Wirtschaftsminister reist er durch die Welt, war in China und jetzt in Theheran. Aber in der Heimat braut sich was zusammen. Ein leichter Zeitgenosse war Sigmar Gabriel nie. Aber jetzt ärgern sich immer mehr SPD-Mitglieder über ihren Parteivorsitzenden. In der Kritik: seine Sprunghaftigkeit, seine Selbstherrlichkeit, sein Umgangston. Gabriel ist ein erfahrener, gewiefter Politiker, aber manchmal verschätzt er sich gründlich. Erst gerade in der Frage nach dem Grexit. Oder in seiner Partei zum Thema Vorratsdatenspeicherung. Aber nicht nur das. Es gab in den letzten Monaten viele Vorkommnisse, die in der SPD Ärger über Gabriel geschürt haben. Sein Auftritt bei Pegida-Anhängern, den viele Genossen völlig unverständlich fanden. Auftritte in der Fraktion und im Partei-Vorstand, wo er Abgeordnete und Vortandskollegen „rund“ machte und kritische Debatten abwürgte. Und dann: Sein Griechenland Zick-Zack-Kurs. Vielleicht ist es wirklich seine Überzeugung, vielleicht wollte Gabriel auch einfach nur punkten gegen die wie immer zurückhaltende Kanzlerin. Jedenfalls wetterte er, man werde nicht die überzogenen griechischen Wahlversprechen durch die deutschen Arbeitnehmer und ihre Familien bezahlen lassen. Populismus pur, fanden viele entsetzte Genossen, genau wie andere Gabriel-Äußerungen im Schuldenstreit. Einer der Hauptvorwürfe vieler Genossen an Gabriel lautet, dass bei ihm einfach kein Kurs erkennbar ist. Heute spricht er so, morgen ganz anders, heute interessiert ihn dieses Thema, morgen treibt er eine andere Sau durchs Dorf. Die Politik erfordert zwar schon eine gewisse Wendigkeit, aber Zickzack steht nicht nicht für eine eindeutige Richtung. Ein weiterer Stein des Anstoßes: Ein Strategiepapier von Gabriel zur Zukunft Deutschlands und der SPD. Das sei eher ein Bild der SPD als ‚CDU light‘, so die parteiinternen Kritiker. Gabriel versucht die Kritik kleinzureden. Der Ärger über den Vorsitzenden ist längst flügelübergreifend. Und das macht ihn so gefährlich für Gabriel. Wenn er das nicht versteht, bekommt er ein echtes Problem. Ob seine Genossen ihn so als Kanzlerkandidat wollen? .

Ihnen eine angenehme Woche
Ihr
Reinhold Haimüller