30.06.2015

Kommentar zur Woche

Guten Tag, liebe Leser

07.05.2008

Trachten, Bier trinkende Politiker, auf Parkbänken in der Sonne sitzende Staatschefs - das sind die Bilder, die uns vom G7-Gipfel in Erinnerung bleiben. Etwas viel Folklore, gespielte Volksnähe, die es  in Wirklichkeit nicht gibt, und dazu ein paar dürre Aussagen - reicht das? Reicht das für eine Ansammlung wichtiger Politiker, die vorgeben, die Welt steuern zu können?

Doch die Welt 2015 ist gewalttätiger und unberechenbar - der beim G7-Gipfel zelebrierte Alpen-Kitsch ist unangebracht. Ein US-Präsident vor hübscher Bergkulisse mit Weizenbier und Weißwürsten umrahmt von Bilderbuch-Bayern in Lederhosen und Dirndl - Bilder, die um die Welt gingen. Fremdschämen war angesagt. Zumindest für uns Deutsche. Man fragt sich, wer bei diesem Theater Regie geführt hat?

Aber diese Peinlichkeit wäre nicht schlimm und rasch als Theater vergessen, hätte die G7-Konferenz zu irgendeinem brauchbaren Ergebnis geführt. Auf Schloss Elmau aber wurde nur wenig beschlossen. Eigentlich sogar gar nichts. Das magere 16 Seiten-Abschlussdokument wimmelt nur so von Allgemeinplätzen und Kompromissformeln. Traurig!

Millionenkosten hat der Einsatz von 17000 Polizisten verursacht. Hohe Kosten, keine Ergebnisse, Fremdschämen angesichts der Regie... Aber dennoch: Sollte man wegen dieses unnützen Events den G7-Gipfel zukünftig ausfallen lassen?

Nein. Denn es ist wichtig, dass sich die wichtigsten Staatschefs der westlichen Welt im kleinen Kreis treffen und Meinungen auszutauschen. Es muss auch Treffen des Westens, ohne  Russland, China, Saudi-Arabien und weitere undemokratische Staaten geben. Hier können und müssen Strategien geboren werden. Zugunsten des Westens und der Demokratie.

Einzig: Wir dürfen tatsächlich keine hohen Erwartungen an Ergebnisse haben. Es sind lediglich Treffen des Austauschens. Nicht mehr. Aber bitte: Lasst die Folklore zum Fremdschämen zukünftig weg.

Ihnen eine angenehme Woche
Ihr
Reinhold Haimüller