05.03.2015

Kommentar zur Woche

Guten Tag, liebe Leser

07.05.2008

Eurokrise, IS-Terror, Ukraine-Konflikt... Es ist schon interessant, wie Kanzlerin Merkel versucht kühl zu bleiben angesichts aller außenpolitischen Hektik. Sie hat Überblick über die hochkomplexe Lage. Sagt man.  

Sie macht eine Politik der  kleinen Schritte und des Pragmatismus. Das ist schlau. Denn falls es schiefgeht, sind sicherlich die anderen schuld.  Die Kritik an Merkels Form der Politik hält sich daher auch in Grenzen. Denn ohne sie, könnte es schlimmer sein. Denkt man.

Und doch: Angesichts Ukraine-Krise und Euro-Wut in Griechenlandsteht ihre außenpolitische Kunst irgendwie in ungünstigem  Licht da. Denn die Probleme bleiben. Trotz Merkel. Ja, sie werden sogar immer komplizierter.

Da Deutschland in der Weltpolitik keine unbedeutende Rolle spielt, muss die Frage erlaubt sein: Wie viel Verantwortung trägt die Kanzlerin an der derzeitigen Situation?

Sicherlich. Die Kanzlerin hat keine Schuld an den Gründen der Krisen. Aber was macht ihre Strategie? Funktioniert sie noch?

Ihre Strategie gegenüber Putin: Ist die wirklich richtig? Putin ist zwar ein Machtmensch. Aber irre ist er nicht. Nur ein schlauer Politiker. Da braucht es andere Strategien als Verdammung. Denn so wird er innenpolitisch immer stärker. Sanktionen sind Russland fast egal. Sie sind erträglich. Merkel hätte ihm gegenüber anders auftreten müssen. Härter oder weicher. Ihr Mittelweg jedenfalls führt zu keinem Ziel. Ähnlich ist die Situation auch beim Euro. Merkels demonstrativer Anspruch, Franzosen, Griechen, Italienern und Spaniern zu erklären, wie man haushaltet, löst in jenen Ländern große politische Abwehrreflexe aus. Und vor allem:  Die Lage wird  dadurch nicht besser. Die Krise könnte für uns immer teurer werden. Ist das dann geschickte Politik?

Merkels außenpolitische Erfolge sind zählbar. Im Fall von Putin und in der Eurokrise hat sie ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. Zeit, die Strategien zu ändern.

Ihnen eine angenehme Woche
Ihr
Reinhold Haimüller